Apr
26
2010

LIBANON – SCUD´s für die Hisbollah?

Jean Kahwaji - Generalstabschef der libanesischen Streitkräfte. Er ist seit 2008 auf diesem Posten und der Nachfolger von General Sleimane.

Bereits vor zwei Wochen berichtete die kuwaitische Tageszeitung Al-Rai, dass Syrien ballistische Raketen vom Typ SCUD an die islamistische Hisbollah im Libanon weiter gegeben hätte. Israel sprach sofort eine ernste Warnung aus, man würde sowohl syrische als auch libanesische Ziele in Reaktion auf einen SCUD-Angriff ausschalten. Der libanesische Armee Kommandeur General Jean Kahwaji reagierte am Samstag. “Es gibt keine SCUD-Raketen im Libanon”, so Kahwaji. Er bestreitete alle Vorwürfe der vergangenen Woche Syrien, die Raketen und die Hisbollah betreffend. Vor einigen Tagen noch warnte die Vorsitzende des US-Senat Intelligence Committee (Senator Dianne Feinstein, Demokrat), dass es “eine hohe Wahrscheinlichkeit gebe das Hisbollah SCUD´s erhalten hätte”. Für Israel stellen die Reichweiten der SCUD-Raketen eine enorme Bedrohung dar. “The Atlantic Wire” hat die möglichen Konsequenzen für die Region zusammengefasst.

Nachtrag vom 28.04.2010
“…Hezbollah has far more rockets and missiles than most governments in the world. And this is obviously destabilizing for the whole region, and so we’re watching it very carefully.” (US-Verteidigungsminister Robert M. Gates, 27. April 2010)


Mrz
21
2010

SIPRI – Daten zum Rüstungsexport

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Rüstungsexporte Deutschland 1999 - 2009 (Auszug) Anklicken zum Vergrößern

Laut den Stockholmer Friedensforschern vom Institut SPIRI ist Deutschland zum drittgrößten Waffenexporteur der Welt geworden. Dies geht aus den Angaben hervor, die das schwedische Forschungsinstitut diese Woche veröffentlichte. Vom Nettowert jedoch lagen die Exporte bereits in den Jahren 2006 und 2007 über den Zahlen von 2009.

Eine Betrachtung der Zahlen von 1999 bis 2009 lässt eine angebliche “Verdopplung” der Exporte nicht erkennen. Im Vergleich lagen die Exporte 2009 42,3 Prozent über dem Wert von 1999. 2007 waren es 73,5 Prozent, nimmt man wieder das Jahr 1999 als Referenzjahr. Die Veröffentlichung der Zahlen löste Diskussionen im Bundestag und den Medien aus. “Wenn Deutschland an Länder wie Indien oder auch Iran Rüstungsgüter verkauft, muss sich die Bundesregierung schon fragen lassen, wie das mit einer verantwortlichen Außenpolitik zusammenpassen soll”, kritisierte beispielsweise Claudia Roth (B90/Die Grünen) die neuen Zahlen. Stellt sich nun die Frage: Wer war eigentlich im Jahr 2000 für die Außenpolitik verantwortlich? Oder im Jahr 2003, als Myanmar beliefert wurde. Über den Iran erfährt man durch SIPRI, die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates (UNIFIL IIWaffenlieferungen an die Hisbollah unterbinden) zeigt Wirkung. Winston Churchill sagte einmal: “Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat.”


Mrz
11
2010

Iron Dome – NATO-Truppen interessiert

Iron Dome soll Kurzstrecken-Raketen und Artilleriegeschosse abwehren können. Dabei sollen gleichzeitig mehrere Ziele bekämpft werden.

Iron Dome soll Kurzstrecken-Raketen und Artilleriegeschosse abwehren können. Dabei sollen gleichzeitig mehrere Ziele bekämpft werden.

Im Januar 2010 wurde das Raketenabwehrsystem Iron Dome durch die israelischen Streitkräfte getestet. Im Rahmen der Tests wurden Raketen mit Kassam-und Katjuscha-Charakteristik erfolgreich abgefangen. Die Hamas im Gazastreifen und Hisbollah im Südlibanon haben beide diese Raketen im Arsenal. Iron Dome soll zukünftig Angriffe mit diesen Kurzstrecken-Raketen auf Israel abwehren. Iron Dome Hersteller ist die Rafael Advanced Defense Systems, die Radartechnik kommt dabei von Elta. Bereits kurz nach den Tests kam eine Reihe von Delegationen aus europäischen NATO-Ländern, um sich bei Rafael über das System zu informieren. “Jeder der heute in Afghanistan oder im Irak kämpft, ist an diesem System interessiert”, wird ein Projekt-Mitarbeiter zitiert.
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Mrz
3
2010

Ideenwettbewerb – “Apps für die Armee”

Im Ideen-Wettbewerb Apps for the Army werden Preisgelder in Höhe von 30.000 US-Dollar vergeben

Im Ideen-Wettbewerb Apps for the Army werden Preisgelder in Höhe von 30.000 US-Dollar vergeben

Die amerikanischen Streitkräfte planen ein Smartphone für Soldaten. In den Visionen der US-Militärs sollen die Geräte Informationen bis auf das Schlachtfeld übermitteln können. Die Armee plant mobile Anwendungen wie eine TDv-App für Technische Dienstvorschriften, eine Instandsetzungs-App und eine Geodaten-App. Laut Generalmajor Keith Walker, Director of the Army’s Future Force Integration Directorate, werden in einer Testphase rund 200 Soldaten ein “iPhone-ähnliches Gerät erhalten”, auf dem die Anwendungen installiert sind. Walker kann sich aber schon taktische Anwendungen vorstellen. Beispielsweise eine Anwendung mit GPS-Funktion, oder eine App mit der die Truppen Geländeanalysen durchführen können. Daneben hat die Armee mit iStrategyLabs einen Ideen-Wettbewerb – “Apps für die Armee” oder A4A – gestartet. Soldaten und zivile Mitarbeiter der Armee werden so ermutigt, neue mobile Anwendungen zu entwickeln. Auf der LandWarNet Konferenz im August 2010 sollen die Ergebnisse bekannt gegeben werden. Die A4A-Gewinner erhalten dann Geldpreise.


Feb
12
2010

Ausblick – Global Aerospace and Defense 2010

Deloitte Touche Tohmatsu (DTT) sieht in 2010 positive Anzeichen für die globale Aerospace und Defense-Industrie. Die Aufträge für neue Verkehrsflugzeuge werden im Jahr 2010 voraussichtlich auf über 800 Einheiten steigen. Für die Verteidigungsindustrie erwartet DTT durch neue Anforderungen sowie innovativer Technologien ebenfalls eine erhöhte Nachfrage. Indien wäre dabei die Aufmerksamkeit der Rüstungsindustrie sicher. Im Verteidigunghaushalt des Landes würden für Beschaffungen (bis 2012) angeblich bis zu 45 Mrd. US-Dollar bereitgestellt werden. Obwohl Japan keinen signifikanten Anstieg des Verteidigungsbudgets haben wird geht der Bericht davon aus, dass die japanische Industrie durch das stetige Wachstum der Branche auf dem asiatischen Festland profitieren wird. Laut DTT ist der europäische Verteidigungs-Sektor allerdings an einem Wendepunkt angekommen. Die Gründe sind das Timing in den gemeinsamen Entwicklungen, die (Mehr-)Kosten sowie Defizite im Programm-Management. Derweil die europäischen Marktführer schwächeln, hätten sich kleinere Firmen mit innovativen Konzepten Marktanteile erobern können.
Compass 2010: Global Aerospace and Defense Sector Outlook

Nachtrag vom 17.02.2010
EADS-Rüstungssparte setzt auf indischen Markt


Feb
8
2010

IRAN – Neue SAM-Systeme

Der Iran will in kürze ein angeblich im Inland entwickeltes Luftabwehrsystem vorstellen. Gegenüber der offiziellen Nachrichtenagentur IRNA äußerte sich ein iranischer Luftwaffen-Kommandeur über das Fähigkeitsprofil des neuen Luftabwehrsystems. Angeblich wird die iranische Eigenproduktion mit dem russischen S-300-Luftabwehrsystem – das der Iran in Moskau zwar bestellt aber nie erhalten hat – mithalten können. Die Ankündigung wirkt wie ein “Pfeifen im Wald”. Zur Zeit stellt die iranische Luftabwehr in Struktur und Ausrüstung für einen engagierten und gut ausgerüsteten Angreifer keine ernsthafte Bedrohung dar. Selbst weniger gut ausgestattet Nationen wären wohl in der Lage die verschiedenen Lücken und Schwachstellen in der Luftverteidigung zu nutzen. Die vorhandenen S-200-Luftabwehrsysteme, die eine wesenliche Rolle in der Luftverteidigung spielen, könnten durch Electronic Counter Measures (ECM) oder einen direkten Angriff neutralisiert werden.
Die Luftabwehr des IRAN


Jan
22
2010

US-Army – Jetzt mit Apple iPhone App

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Das White House ist nicht der einzige Teil der US-Regierung im iPhone-Fieber. Von Army.mil, der offizielle Homepage der US-Armee gibt es jetzt auch eine eigene iPhone App (iTunes-Link). Die kostenlose App gibt den Benutzern den Zugang zur Homepage der US-Armee, Videos, Bilder und einer Datenbank mit Informationen über die Ausrüstung US-Armee.
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Jan
20
2010

Trijicon – Bibelverse vs. Beschaffungsregeln

ACOG (Advanced Combat Optical Gunsight) ist die Bezeichnung für eine Reihe von Zieloptiken der Firma Trijicon, die überwiegend im militärischen Bereich Anwendung findet. Je nach Modell haben sie einen Vergrößerungsbereich zwischen 1.5 - 6x48.

ACOG (Advanced Combat Optical Gunsight) ist die Bezeichnung für eine Reihe von militärischen Zieloptiken der Firma Trijicon. Je nach Modell haben sie einen Vergrößerungsbereich zwischen 1.5 - 6x48.


Die US-Army prüft ob die Firma Trijicon, Auftragnehmer der amerikanischen Streitkräfte für taktische Zielvorrichtungen an Infanteriewaffen, durch das Einstanzen von Verweisen auf Bibelverse gegen Beschaffungsregeln verstoßen hat. Die Inschriften erscheinen in erhabener Schrift am Ende der jeweiligen Werknummer der Trijicon Zielvorrichtungen. Tom Munson (Trijicon, Director of Sales and Marketing) sagte, es ist seit langem (zirka 1987) betriebliche Praxis die Hinweise einzustanzen. Bisher hätte das Unternehmen auch nie irgendwelche Beschwerden erhalten. Kathleen Johnson, Vice President und Military Director der American Atheists, hingegen glaubt, dass die religiösen Inschriften eindeutig gegen das First Amendment der US-Verfassung und Vorschriften der US-Streitkräfte verstoßen. In Grossbritannien wird der “Bibel-Code” auch zum Thema. Das Verteidigungsministerium hat gerade Zielvorrichtungen des Herstellers in die Truppe eingeführt.
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Jan
19
2010

Joint Strike Fighter – Betriebskosten heben ab

Die US-Marine ist offenbar mit dem Joint Strike Fighter (JSF F-35B/C) nicht zufrieden. Erstens hat der Flieger während der Entwicklungszeit erheblich an Gewicht zugenommen, und zweitens, eigentlich noch wichtiger, die Betreibskosten heben ab. Nach dem Motto “Loose Lips Sink Ships” wurde jetzt der Bericht “Joint Programs TOC Affordability” (Total Operating and Support Costs) der US-Marine an die Fachpresse weitergegeben.

JSF-35C Betriebskosten und Kosten pro Flugstunde im Vergleich zur F/A-18C/D´s und AV-8BS

JSF-35B/C Betriebskosten und Kosten pro Flugstunde im Vergleich zur F/A-18C/D und AV-8BS (größer anklicken)

Der Schlüssel ist die Tabelle auf Seite 10, sie zeigt, dass – über die gesamte Nutzungsdauer in der Flotte – die trägerbasierte und senkrechtstarter JSF-Versionen der US-Marine rund 40 Prozent mehr Betriebskosten produzieren als die F/A-18C/D´s und AV-8BS, die ersetzt werden sollen. Die Tabelle zeigt auch, die Kosten pro Flugstunde werden um zirka 60 Prozent ansteigen. Lockheed Martin und das JSF-Programm Büro werden jetzt sicher reagieren, war doch Kostensenkung ursprünglich eines der Beschaffungsargumente für den JSF. Aber egal, Admirale und leitende Führungskräfte glauben wohl an das Zahlenwerk. Sonst wäre der Bericht wohl nicht “durchgereicht “worden.

Nachtrag vom 12.03.2010
Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen im JSF-Programm – Eine Gesamtübersicht


Jan
18
2010

RUSSLAND – Nuklearstreitkräfte 2010

Die Strategische Raketentruppen (RWSN) wurden am 24. März 2001 durch ein Dekret des russischen Präsidenten gegründet. Die Mannschaftsstärke der Strategischen Raketentruppen beträgt zirka 120.000 Mann. Befehlshaber der RWSN ist seit August 2009 Generalleutnant Andrei Schwaitschenko.

Die Strategischen Raketentruppen (RWSN) wurden am 24. März 2001 durch ein Dekret des russischen Präsidenten gegründet. Die Mannschaftsstärke beträgt zirka 120.000 Mann. Befehlshaber der RWSN ist seit August 2009 Generalleutnant Andrei Schwaitschenko.


Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat kürzlich verkündet, dass die Erhaltung der strategischen Atomstreitkräfte nach wie vor die „wichtigste Aufgabe” für Russland ist. Experten gehen davon aus, dass Russland derzeit über rund 4.600 Atomwaffen (2.600 strategische Sprengköpfe und ca. 2.000 taktische Sprengköpfe) verfügt. Zum Vergleich, vor einem Jahr sollen es etwa 4.800 Sprengköpfe gewesen sein. Wegen Verzögerungen bei der Entwicklung der seegestützten Bulawa-Rakete, sowie der noch bevorstehenden Entwicklung einer neuen Flüssigkeitsrakete als Ersatz für die Raketen UR-100 sowie R-36, werden die strategischen Raketentruppen in den kommenden Jahren wohl mit mit SS-27 Mod 2 (RS-24) ausgestattet werden. Im Vergleich zur SS-27 Mod 1 Topol-M (RS-12M2) hat die SS-27 Mod 2 einen 3-fach Sprengkopf, und könnte so ein Missile Defence System überwinden.
Übersicht Nuklearstreitkräfte Russland