Jan
21
2010

Human Security Report – “The Shrinking Costs of War”

Das Human Security Report Project (HSRP) ist ein unabhängig finanziertes Forschungszentrum an der School for International Studies der Simon Fraser University in Vancouver. Vor 2007 war das HSRP Teil des Liu Institute for Global Issues an der University of British Columbia.

Das Human Security Report Project (HSRP) ist ein unabhängig finanziertes Forschungszentrum an der School for International Studies der Simon Fraser University in Vancouver


Das Human Security Report Project der Simon Fraser University in Vancouver hat einen neuen Bericht veröffentlicht. Titel: “The Shrinking Costs of War.” Das von vier europäischen Regierungen unterstützte Projektteam stellte fest, dass die meisten Todesfälle in den Kriegen durch Hunger und Krankheiten herbeigeführt wurden. Der Bericht stellt auch fest, die durch das International Rescue Committee (IRC) errechnete Zahl von 5.4 Millionen Todesopfern im Kongo sei aufgrund fehlerhafter Methodik “viel zu hoch.” Die tatsächliche Zahl könnte irgendwo zwischen 900.000 und drei Millionen liegen. Die Forscher fanden desweiteren heraus, dass zwischen 1970 und 2007 in 14 von 18 Ländern südlich der Sahara – bei Konflikten mittlerer bis hoher Intensität – die Kindersterblichkeit am Ende des Konflikts geringer war als am Anfang. Der Bericht wurde von Großbritannien, Norwegen, Schweden und der Schweiz finanziert.
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Jan
20
2010

Trijicon – Bibelverse vs. Beschaffungsregeln

ACOG (Advanced Combat Optical Gunsight) ist die Bezeichnung für eine Reihe von Zieloptiken der Firma Trijicon, die überwiegend im militärischen Bereich Anwendung findet. Je nach Modell haben sie einen Vergrößerungsbereich zwischen 1.5 - 6x48.

ACOG (Advanced Combat Optical Gunsight) ist die Bezeichnung für eine Reihe von militärischen Zieloptiken der Firma Trijicon. Je nach Modell haben sie einen Vergrößerungsbereich zwischen 1.5 - 6x48.


Die US-Army prüft ob die Firma Trijicon, Auftragnehmer der amerikanischen Streitkräfte für taktische Zielvorrichtungen an Infanteriewaffen, durch das Einstanzen von Verweisen auf Bibelverse gegen Beschaffungsregeln verstoßen hat. Die Inschriften erscheinen in erhabener Schrift am Ende der jeweiligen Werknummer der Trijicon Zielvorrichtungen. Tom Munson (Trijicon, Director of Sales and Marketing) sagte, es ist seit langem (zirka 1987) betriebliche Praxis die Hinweise einzustanzen. Bisher hätte das Unternehmen auch nie irgendwelche Beschwerden erhalten. Kathleen Johnson, Vice President und Military Director der American Atheists, hingegen glaubt, dass die religiösen Inschriften eindeutig gegen das First Amendment der US-Verfassung und Vorschriften der US-Streitkräfte verstoßen. In Grossbritannien wird der “Bibel-Code” auch zum Thema. Das Verteidigungsministerium hat gerade Zielvorrichtungen des Herstellers in die Truppe eingeführt.
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Jan
19
2010

Joint Strike Fighter – Betriebskosten heben ab

Die US-Marine ist offenbar mit dem Joint Strike Fighter (JSF F-35B/C) nicht zufrieden. Erstens hat der Flieger während der Entwicklungszeit erheblich an Gewicht zugenommen, und zweitens, eigentlich noch wichtiger, die Betreibskosten heben ab. Nach dem Motto “Loose Lips Sink Ships” wurde jetzt der Bericht “Joint Programs TOC Affordability” (Total Operating and Support Costs) der US-Marine an die Fachpresse weitergegeben.

JSF-35C Betriebskosten und Kosten pro Flugstunde im Vergleich zur F/A-18C/D´s und AV-8BS

JSF-35B/C Betriebskosten und Kosten pro Flugstunde im Vergleich zur F/A-18C/D und AV-8BS (größer anklicken)

Der Schlüssel ist die Tabelle auf Seite 10, sie zeigt, dass – über die gesamte Nutzungsdauer in der Flotte – die trägerbasierte und senkrechtstarter JSF-Versionen der US-Marine rund 40 Prozent mehr Betriebskosten produzieren als die F/A-18C/D´s und AV-8BS, die ersetzt werden sollen. Die Tabelle zeigt auch, die Kosten pro Flugstunde werden um zirka 60 Prozent ansteigen. Lockheed Martin und das JSF-Programm Büro werden jetzt sicher reagieren, war doch Kostensenkung ursprünglich eines der Beschaffungsargumente für den JSF. Aber egal, Admirale und leitende Führungskräfte glauben wohl an das Zahlenwerk. Sonst wäre der Bericht wohl nicht “durchgereicht “worden.

Nachtrag vom 12.03.2010
Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen im JSF-Programm – Eine Gesamtübersicht


Jan
18
2010

RUSSLAND – Nuklearstreitkräfte 2010

Die Strategische Raketentruppen (RWSN) wurden am 24. März 2001 durch ein Dekret des russischen Präsidenten gegründet. Die Mannschaftsstärke der Strategischen Raketentruppen beträgt zirka 120.000 Mann. Befehlshaber der RWSN ist seit August 2009 Generalleutnant Andrei Schwaitschenko.

Die Strategischen Raketentruppen (RWSN) wurden am 24. März 2001 durch ein Dekret des russischen Präsidenten gegründet. Die Mannschaftsstärke beträgt zirka 120.000 Mann. Befehlshaber der RWSN ist seit August 2009 Generalleutnant Andrei Schwaitschenko.


Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat kürzlich verkündet, dass die Erhaltung der strategischen Atomstreitkräfte nach wie vor die „wichtigste Aufgabe” für Russland ist. Experten gehen davon aus, dass Russland derzeit über rund 4.600 Atomwaffen (2.600 strategische Sprengköpfe und ca. 2.000 taktische Sprengköpfe) verfügt. Zum Vergleich, vor einem Jahr sollen es etwa 4.800 Sprengköpfe gewesen sein. Wegen Verzögerungen bei der Entwicklung der seegestützten Bulawa-Rakete, sowie der noch bevorstehenden Entwicklung einer neuen Flüssigkeitsrakete als Ersatz für die Raketen UR-100 sowie R-36, werden die strategischen Raketentruppen in den kommenden Jahren wohl mit mit SS-27 Mod 2 (RS-24) ausgestattet werden. Im Vergleich zur SS-27 Mod 1 Topol-M (RS-12M2) hat die SS-27 Mod 2 einen 3-fach Sprengkopf, und könnte so ein Missile Defence System überwinden.
Übersicht Nuklearstreitkräfte Russland


Jan
15
2010

ASIEN – Wettrüsten Unterwasser

Strategische Faktoren schaffen weitere Anreize für U-Boot-Entwicklungen. So ist die beste Anti-U-Boot-Plattform ebenfalls ein U-Boot.

Strategische Faktoren schaffen weitere Anreize für U-Boot-Entwicklungen. So ist die beste Anti-U-Boot-Plattform ebenfalls ein U-Boot.

Toshi Yoshihara und James R. Holmes sehen in der Region Asien-Pazifik ein Marine-Wettrüsten mit gewaltiger Dynamik und prognostizieren politische Auswirkungen für den gesamten Raum. In einem bemerkenswerten Beitrag im “The Diplomat” wird aufgezeigt wie maritime Rivalitäten in der Region zu Investitionen in die U-Boot-Kriegsführung führen. Neues Rumpf-Design, Optimierung von Propellerblättern und Antriebssysteme, bessere Stealth-Fähigkeiten und das maximieren der Seeausdauer sind die aktuellen Trends in der Aufrüstung. In den nächsten zehn Jahren würde sich der U-Bootbau zum Wachstumsmarkt in Asien entwickeln und das regionale militärische Gleichgewicht mitbestimmen. Die asiatischen Marine-Planer hätten das U-Boot als ideale Plattform für einen Handelskrieg erkannt, der Schwachstelle im integrierten ökonomischen System der Region. Hinzu kommt, Kriegsführung mit Flugzeugträgern ist nur für den exklusiven Club der Großmächte erschwinglich. U-Boote würden schwächeren Nationen so eine finanziell tragbare Lösung für die Ausübung von Seemacht bieten.
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Nachtrag vom 20.01.2010
Russland will von U-Boot-Boom in Ostasien profitieren


Jan
14
2010

RUSSLAND – Kein Hafenbau in Syrien

Nach dem Ende der Sowjetunion und den raschen Kürzungen im Wehretat geriet die neue russische Marine in eine schwere Finanzkrise, unter der die gesamte Einsatzbereitschaft gelitten hat

Nach dem Ende der Sowjetunion und den raschen Kürzungen im Wehretat geriet die neue russische Marine in eine schwere Finanzkrise, unter der die gesamte Einsatzbereitschaft gelitten hat


Im Juli 2009 gab es Meldungen, Russland baue im syrischen Tartus (Tartosa) einen Mittelmeerhafen als Stützpunkt für seine Marine aus. Der Marine-Stützpunkt in dem syrischen Mittelmeerhafen sollte alle russischen Kriegsschiffe versorgen können, die im Golf von Aden und am Horn von Afrika zum Schutz der Schiffahrt vor Piraten eingesetzt werden, erklärte damals ein ein Marineoffizier der Moskauer “Nesawissimaja Gaseta”. Zwischen Tartus und dem Horn von Afrika liegt zwar noch das östliche Mittelmeer, der Suez-Kanal und das Rote Meer, der Weg wäre aber deutlich näher als der aus dem Osten des Schwarzen Meeres und durch Bosporus und Dardanellen, vermerkte die Zeitung. Ausserdem ginge es auch darum, Marine-Präsenz im Mittelmeer zu zeigen. Verwirrend war nur, der stellvertretende Generalstabschef der russischen Streitkräfte, Generaloberst Anatoli Nogowizyn, hatte im Sommer mitgeteilt, dass der Generalstab das Vorhaben der Kriegsmarine unterstütze. Das Verteidigungsministerium in Moskau hingegen dementierte damals derartige Pläne. Im Januar 2010 gibt es jetzt wohl eine Entscheidung.
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Jan
13
2010

Ministry of Defence (MoD) – Einsichten und Aussichten

Die steigenden Kosten für die Verteidigung, kombiniert mit den Kürzungen im Haushalt des Ministry of Defence (MoD) als Folge der internationalen Finanzkrise, wird es unmöglich machen den aktuellen Personalumfang und die Einsatzkapazitäten zu erhalten, so ein Arbeitspapier des Royal United Services Institute (RUSI).RusiIn dem RUSI Bericht “Capability Cost Trends: Implications for the Defence Review” liefert Prof. Malcolm Chalmers eine Projektion, die eine Reduzierung des Personals um rund 20 Prozent ergibt. In realen Zahlen heißt das, von 175.000 Soldaten im Jahr 2010 auf rund 142.000 im Jahr 2016. Die Prognose basiert dabei auf der geplanten Senkung der Verteidigungshaushalt in Höhe von rund 10-15 Prozent, verbunden mit einem Anstieg der Kosten von ein bis zwei Prozent pro Jahr. Chalmers stützt sich in seinem Bericht auf offizielle Daten aus dem britischen Verteidigungsministerium, dem Finanzministerium und dem National Audit Office. Ebenfalls in die Analyse eingeflossen sind die Auswertungen früherer Budget-Projektionen sowie die bereits realisierten Effizienzgewinne im Verteidigungsbereich.
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Jan
12
2010

VR CHINA – Ballistic Missile Defense getestet

Die Raketenstreitkräfte der VR CHINA werden auch Zweite Artillerie genannt und unterstehen unmittelbar der Zentralen Militärkommission

Die Raketenstreitkräfte der VR CHINA werden auch Zweite Artillerie genannt und unterstehen unmittelbar der Zentralen Militärkommission


Wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua in einer kurzen Meldung berichtet, hat China erfolgreich ein Raketenabwehrsystem getestet. Militärexperten sprachen von einem “Durchbruch für die Luftverteidigung” des Landes. Der Test mit einer Abfangrakete habe, nach Angaben der chinesischen Volksbefreiungsarmee, das Ziel erreicht. Ob das Ziel dabei zerstört wurde wurde nicht erklärt. Laut Pentagon-Sprecherin Maureen Schumann jedoch wurden seitens der USA zwei Raketenstarts beobachtet, gefolgt von einer Kollision außerhalb der Atmosphäre. Welche Systeme dabei zum Einsatz kamen ist nicht bekannt. Der Test erfolgte nach Angaben der Sprecherin ohne Vorankündigung. Der Test könnte auch ein Protest gegen eine Luftabwehrraketen-Lieferung der USA an Taiwan gewesen sein, so Experten.
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Jan
11
2010

US-NAVY – Strategie für das 21. Jahrhundert

Die administrative Führung der US-NAVY liegt beim Department of the Navy, einer Abteilung des US-Verteidigungsministeriums im Pentagon, an dessen Spitze der Secretary of the Navy (SecNav) steht

Die administrative Führung der US-NAVY liegt beim Department of the Navy, einer Abteilung des US-Verteidigungsministeriums im Pentagon, an dessen Spitze der Secretary of the Navy (SecNav) steht


Ein Bericht des “Pentagon’s Office of Net Assessment” (In-House Think Tank des Verteidigungsministeriums) stellt fest, die US-NAVY muss größer werden und sich bei den seegehenden Einheiten weiter diversifizieren. Der etwas sperrige Titel des 70seitigen Papiers lautet: “The New Navy Fighting Machine: A Study of the Connections Between Contemporary Policy, Strategy, Sea Power, Naval Operations, and the Composition of the United States Fleet.” Die Autoren Wayne P. Hughes, Jr. (Captain, USN, Ret.) und einige Professoren der Naval Postgraduate School fordern, “einen breiteren Mix von Schiffen in einer größeren Flotte.” Diese müssten in den Fähigkeiten optimiert werden, um eine Reihe von verschiedenen Green- und Blue-Water Szenarien zu erfüllen. Der angestrebte Verteilungsschlüssel für die Einheiten sieht dabei vor, 10% strategische Plattformen, 10% Green-Water Plattformen und 80% Blue-Water Plattformen. Die Studie gibt dafür 12 Beschaffungsempfehlungen ab. Darunter sind Einheiten ähnlich der schwedischen Visby-Klasse, der norwegischen Alta-Klasse und der italienischen Cavour-Klasse.
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Jan
8
2010

MARINE – Neun Millimeter verzweifelt gesucht

In der Marine gibt es einen Versorgungsengpass bei Patronen diverser Kaliber. Besonders unter dem Munitionsmangel leiden offenbar die Spezialkräfte der Marine in Eckernförde. Zu deren Standardausrüstung gehören Pistolen und Maschinenpistolen im Kaliber neun Millimeter. Scheinbar aufgrund eines verwaltungstechnischen Versehens gibt es jetzt Probleme bei der vorbereitenden Ausbildung der Soldaten für die Einsätze zur Piratenbekämpfung am Horn von Afrika, der Operation Active Endevour, Enduring Freedom und UNIFIL vor dem Libanon.
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Nachtrag vom 09.01.2010
zum Artikel der Kieler Nachrichten (Print-Ausgabe)