Mrz
29
2010

IRAN – Optionen und Konsequenzen


Mögliche Szenarien eines israelischen Angriffs auf den Iran – ohne Zustimmung Washingtons – waren in den letzten Tagen ein Thema in den US-Medien. The New York Times titelte: “Imagining an Israeli Strike on Iran”. Der Artikel basiert auf den Ergebnissen einer Übung, die im vergangenen Dezember vom Saban Center for Middle East Policy am Brookings Institut in Washington durchgeführt wurde. Kenneth M. Pollack, er leitete die Simulation, hat den Ablauf in einem Bericht zusammengefasst. Bereits am 23. März wurde eine Analyse von Anthony H. Cordesman und Abdullah Toqan, beide am Washington Institute for Strategic Affairs tätig, veröffentlicht. Die Überschrift: Optionen im Umgang mit dem Nuklear Program des Iran. Das Autorenteam geht davon aus, dass ballistische Raketen oder Marschflugkörper der israelischen Dolphin-U-Boote eingesetzt werden könnten. “Nuklearwaffen sind die einzigen Waffen, die Ziele zerstören können, die tief unter der Erde liegen”, so die Autoren.


Mrz
25
2010

Piraten – Don´t Mess with Almezaan

Seit Monaten testen Reedereien verschiedene Möglichkeiten um Piratenangriffe vor der Küste von Somalia abzuwehren. Jetzt kam es erstmals zu einem Schusswaffeneinsatz, bei dem somalische Piraten offenbar getötet wurden. Laut einer Pressemitteilung der European Union Naval Force Somalia (EUNAVFOR), wurde der unter panamaischer Flagge fahrende Frachter “MV Almezaan” auf der Fahrt nach Mogadischu von Piraten unter Beschuss genommen. Ein “Armed Private Vessel Protection Detachment” an Bord der “Almezaan” erwiderte das Feuer. Auch ein zweiter Angriff wurde so abgewehrt, die Piraten flüchteten. In Reaktion auf einen Notruf der “Almezaan” kam die spanische Fregatte “Navarra” zur Hilfe. Man fand sechs mutmaßliche Piraten tot, die Wunden wurden als “kleinkalibrige Schussverletzungen” beschrieben. Bewaffnete Sicherheitsdienste zum Schutz gegen Piratenangriffe werden noch immer kontrovers diskutiert. Sorgen machen sich die Reeder über Punkte wie Haftung und Versicherung. Für den Seeraum weiter nördlich (Meerenge Bab al-Mandeb zwischen Jemen und Djibouti, dem Golf von Aden) warnte das US Office of Naval Intelligence vor gezielten Anschlägen. Alle Schiffe in der Nähe des Jemen wurden dringend gebeten, den Status der Einsatzbereitschaft zu erhöhen. Schiffe mit eingeschränkter Manövrierfähigkeit oder vor Anker seien am stärksten gefährdet.


Mrz
24
2010

Home Office London – Security Update

Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA wurde wenige Monate später - noch in 2001 der Anti-Terrorism, Crime and Security Act durch das Parlament verabschiedet

Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA wurde wenige Monate später - noch in 2001 der Anti-Terrorism, Crime and Security Act durch das Parlament verabschiedet

Die Regierung in London hat ein Update zur National Security Strategy erstellt. Grossbritannien sieht aufgrund einer Zunahme des illegalen Handels mit radioaktiven Stoffen ein erhöhtes Risiko von terroristischen Anschlägen mit “schmutzigen Bomben”. In einem zweiten Bericht, herausgegeben vom Office for Security and Counter Terrorism heißt es ebenfalls, dass eine “signifikante Zunahme” im illegalen Handel von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen (CBRN) Waffen und Materialien erkannt wurde. Erkannt wurde in Grossbritannien ebenfalls eine Gefährdung durch Anschläge im Mumbai-Stil. Lord Alan West, Under-Secretary for Security and Counter-Terrorism, gab bekannt das noch in diesem Jahr ein National Maritime Information Centre in Hauptquartier in Northwood, Middlesex, eingerichtet werden soll. Also eine zentrale Beobachtungsstelle zur Bekämpfung von Bedrohungen vom Meer aus. Northwood ist bereits Standort des Ministry of Defence Joint Headquarters. Hintergrund der Maßnahme ist laut West das “dringenden Bedürfnis” (crying need) einen besseren Austausch nachrichtendienstlicher Erkenntnisse durch die Polizei, die Royal Navy, der Küstenwache und anderer Einrichtungen herzustellen.
Annual Report on Countering International Terrorism


Mrz
22
2010

Israel – Obama blockiert JDAM-Lieferung

Bereits im Jahr 2008 genehmigte die (Bush)-Regierung eine Lieferung von Joint Direct Attack Munition (JDAM) an Israel. Jetzt meldet WorldTribune die Obama-Regierung hätte die laufende Lieferung der Systeme nach Diego Garcia umgeleitet. Seit seinem Amtsantritt hat sich Präsident Obama bereits wiederholt geweigert, durch Israel angeforderte Waffensysteme zu liefern. Laut WorldTribune wurden in der Vergangenheit Anforderungen nach AH-64D Apache-Kampfhubschraubern, Tanksystemen, sowie fortgeschrittener Munition und Avionik-Komponeten für die F-15E-Flotte der israelischen Luftwaffe nicht ausgeführt. “Das ist wirklich ein Embargo, aber niemand spricht öffentlich darüber”, wird ein Offizieller aus Washington zitiert. Die Bomben, gekoppelt mit einem Laser Guidance Kit, eignen sich Bunker und unterirdische Ziele zu zerstören.
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Mrz
21
2010

SIPRI – Daten zum Rüstungsexport

deutschland-ruestungsexport

Rüstungsexporte Deutschland 1999 - 2009 (Auszug) Anklicken zum Vergrößern

Laut den Stockholmer Friedensforschern vom Institut SPIRI ist Deutschland zum drittgrößten Waffenexporteur der Welt geworden. Dies geht aus den Angaben hervor, die das schwedische Forschungsinstitut diese Woche veröffentlichte. Vom Nettowert jedoch lagen die Exporte bereits in den Jahren 2006 und 2007 über den Zahlen von 2009.

Eine Betrachtung der Zahlen von 1999 bis 2009 lässt eine angebliche “Verdopplung” der Exporte nicht erkennen. Im Vergleich lagen die Exporte 2009 42,3 Prozent über dem Wert von 1999. 2007 waren es 73,5 Prozent, nimmt man wieder das Jahr 1999 als Referenzjahr. Die Veröffentlichung der Zahlen löste Diskussionen im Bundestag und den Medien aus. “Wenn Deutschland an Länder wie Indien oder auch Iran Rüstungsgüter verkauft, muss sich die Bundesregierung schon fragen lassen, wie das mit einer verantwortlichen Außenpolitik zusammenpassen soll”, kritisierte beispielsweise Claudia Roth (B90/Die Grünen) die neuen Zahlen. Stellt sich nun die Frage: Wer war eigentlich im Jahr 2000 für die Außenpolitik verantwortlich? Oder im Jahr 2003, als Myanmar beliefert wurde. Über den Iran erfährt man durch SIPRI, die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates (UNIFIL IIWaffenlieferungen an die Hisbollah unterbinden) zeigt Wirkung. Winston Churchill sagte einmal: “Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat.”


Mrz
17
2010

Studie – MoD Benchmarking

McKinsey berät nach eigenen Angaben über zwei Drittel der 1.000 größten amerikanischen und die Mehrzahl der im DAX vertretenen deutschen Unternehmen. Zu den Klienten gehören auch Regierungsstellen.

McKinsey berät nach eigenen Angaben über zwei Drittel der 1.000 größten amerikanischen und die Mehrzahl der im DAX vertretenen deutschen Unternehmen. Zu den Klienten gehören auch Regierungsstellen.

McKinsey & Co. hat ein Benchmarking bei unseren “Verteidigern” durchgeführt. In einer Studie wurde untersucht, wie effizient die Verteidigungsministerien von 33 Nationen (mit insgesamt 90 Prozent der weltweiten Militärausgaben) arbeiten. Identifiziert wurden ineffiziente Bereiche und Möglichkeiten mit enormen Potential. Die Studie untersuchte, wie die Streitkräfte Aufgaben in den drei Bereichen Personal, Wartung und Beschaffung erfüllen. Obwohl die Studie Punkte für effiziente Verfahren in mehreren Bereichen, einschließlich der Beschaffung, vergeben hat, wollen die Autoren keine Nation als effizienteste auszeichnen. “Studien haben gezeigt, in Bildung sind Singapur und Finnland die besten auf der ganzen Linie”, sagte John Dowdy, Leiter Verteidigung und Sicherheit bei McKinsey. “Ich befürchte in “Verteidigung” gibt es kein Singapur und Finnland”, so Dowdy. Das Unternehmen plant jetzt, die Erkenntnisse den Ministerien direkt zu präsentieren.
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Mrz
15
2010

Roadside Bombs – Persistent Surveillance

Die Joint IED Defeat Organization (JIEDDO) wurde im Jahr 2006 durch das US-Verteidigungsministerium gegründet. Sie unterstützt Army, Navy, Air Force und das US-Marine Corps bei der Abwehr von IED.

Die Joint IED Defeat Organization (JIEDDO) wurde im Jahr 2006 gegründet. Sie unterstützt Army, Navy, Air Force und das US-Marine Corps bei der Abwehr von IED.

In Afghanistan sind IED, basierend auf Ammoniumnitrat-Düngemittel, weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Koalitionstruppen. Im Irak beispielsweise nutzen Aufständische viel häufiger ferngezündete Minen und Bomben. Nachdem ISAF die Gefahr für die Truppen durch Ammoniumnitrat-Dünger erkannt hat, wurde Präsident Karzai sehr schnell dazu motiviert ein Einfuhrverbot für dieses Düngemittel auszusprechen. Jetzt gibt es eine konzertierte Anstrengung, in Zusammenarbeit mit der pakistanischen Regierung, den Schmuggel von Ammoniumnitrat nach Afghanistan zu unterbinden. Es gibt aber auch Meldungen über eine neue “Rezeptur” der Aufständischen. Basismaterial ist diesmal Kaliumchlorat. Generalleutnant Michael Oates, Direktor der Joint IED Defeat Organization, spricht von “ernsthaften Diskussionen mit Pakistan”- Ziel sind Einschränkungen im Verkauf der beiden Basismaterialien. Bei der Bekämpfung dieser primitiven Bomben stellt die Kaliumchlorat-Variante eine weitere Herausforderung dar. Kaliumchlorat hat einen nur ganz geringen metallischen Anteil, kann deshalb nur schwer erkannt werden kann. Oates sieht klare Defizite im Bereich der “Persistent Surveillance Capabilities”.


Mrz
11
2010

Iron Dome – NATO-Truppen interessiert

Iron Dome soll Kurzstrecken-Raketen und Artilleriegeschosse abwehren können. Dabei sollen gleichzeitig mehrere Ziele bekämpft werden.

Iron Dome soll Kurzstrecken-Raketen und Artilleriegeschosse abwehren können. Dabei sollen gleichzeitig mehrere Ziele bekämpft werden.

Im Januar 2010 wurde das Raketenabwehrsystem Iron Dome durch die israelischen Streitkräfte getestet. Im Rahmen der Tests wurden Raketen mit Kassam-und Katjuscha-Charakteristik erfolgreich abgefangen. Die Hamas im Gazastreifen und Hisbollah im Südlibanon haben beide diese Raketen im Arsenal. Iron Dome soll zukünftig Angriffe mit diesen Kurzstrecken-Raketen auf Israel abwehren. Iron Dome Hersteller ist die Rafael Advanced Defense Systems, die Radartechnik kommt dabei von Elta. Bereits kurz nach den Tests kam eine Reihe von Delegationen aus europäischen NATO-Ländern, um sich bei Rafael über das System zu informieren. “Jeder der heute in Afghanistan oder im Irak kämpft, ist an diesem System interessiert”, wird ein Projekt-Mitarbeiter zitiert.
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Mrz
10
2010

Seychellen – Wieder falsche Pässe

Die Ermordung des militanten Hamas-Führer Mahmoud al Mabhouh am 19. Januar erzeugt nach wie vor eine enorme Menge an Diskussionen und Spekulationen. Rund sechs Wochen nach der Tat werden durch die Polizei in Dubai kontinuierlich neue Informationen bekannt gegeben. Fred Burton und Ben West haben den Ablauf der Operation von Ankunft bis Exfiltration jetzt einmal aufgearbeitet. Der Erregung über den Einsatz gefälschter Reisepässe sollte man langsam wieder runterfahren. Auf den Seychellen wurden jetzt drei iranische Staatsbürger kurzzeitig festgenommen, die mit israelischen Pässen unterwegs waren. Die Dokumente wurden vermutlich israelischen Urlaubern in Thailand gestohlen. Die Behörden auf der Insel haben aber beschlossen, die drei nicht festzunehmen. Sie wurden auf einen Flug zurück nach Nairobi gesetzt, von wo sie gekommen waren. Die Polizei der Seychellen hat Israel danach die Einzelheiten zu den Dokumenten mitgeteilt. Die Seychellen sind ein beliebtes Urlaubsziel für Israelis, besonders für die Osterferien (Pessach).
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Mrz
8
2010

UK/USA – Homegrown Extremist

In den USA erhalten extrem rechte Gruppen und bewaffnete Milizen immer mehr Zulauf. Mit Präsident Barack Obama haben sie ihr perfektes Feindbild gefunden. Abstruse Verschwörungstheorien werden langsam auch Teil des politischen Alltagsdiskurses.

In den USA erhalten extrem rechte Gruppen und bewaffnete Milizen immer mehr Zulauf. Mit Präsident Barack Obama haben sie ihr perfektes Feindbild gefunden. Abstruse Verschwörungstheorien werden langsam auch Teil des politischen Alltagsdiskurses.


Das European Muslim Research Centre, Teil der Universität Exeter, hat die Verbindungen zwischen Islamophobie und anti-muslimischen “Hassverbrechen” in Großbritannien analysiert. Empirische Belege würden zeigen, dass die Angreifer von Muslimen stets durch ein negatives Bild von Muslimen im Rahmen von nationalistischen Berichten oder Kommentaren in den Medien motiviert worden sind. Wesentlicher Motivationsfaktor für Gewalt gegen Muslime sei dabei die Annahme, dass die Muslime ein Sicherheitsrisiko oder eine terroristische Bedrohung darstellen. Die Analyse basiert auf Interviews mit Opfern, Tätern und Zeugen von “Hassverbrechen” in London. In den USA gibt es zeitgleich eine Welle von extremistischen Tendenzen gegen die eigene Regierung. Die Anzahl extremistischer Gruppen explodierte im Jahr 2009 regelrecht. Diese regierungsfeindlichen “patriotischen”-Gruppen und Milizen finden, basierend auf gängigen Verschwörungstheorien, in der Bundesregierung ihren Feind, so der Bericht des Southern Poverty Law Center (SPLC). Die Zahl stieg von 149 Gruppen im Jahr 2008 auf 512 Gruppen im Jahr 2009. Nachdenklich machen die Veränderungen im paramilitärischen Teil dieser Bewegung. Waren es im Jahr 2008 noch 42 Milizen, stieg die Anzahl auf 127 in 2009.