
Die US-Angriffe mit Drohnen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet sollen wieder verstärkt werden. Obwohl sie zu einem erheblichen Vertrauensverlust geführt haben setzt sich vor allem US-Vizepräsident Joe Biden für diese Strategie ein. Aus Bidens Sicht kommt die eigentliche Bedrohung für die Sicherheit der USA aus Pakistan.
Die Obama-Administration autorisierte insgesamt mehr als 40 Angriffe mit Drohnen in Pakistan. Die Ziele waren Taliban- und Al-Qaida-Netzwerke. Etwa ein halbes Dutzend Führer der militanten Organisationen seien getötet worden – darunter zwei Anführer einer usbekischen Terrorgruppe die mit Al-Qaida verbündet ist und Baitullah Mehsud, der Führer der pakistanischen Taliban. Hinzu kommen Hunderte von untergeordneten Kämpfern und Zivilisten. Die Zahl der durch die Drohnen getöteten Zivilisten ist ein wichtiges Thema. In der politischen Atmosphäre des heutigen Pakistan geben diese Angriffe einen besonderen Anlass zu Wut und Antiamerikanismus. Eine Gallup-Umfrage im August hat festgestellt, dass nur 9% der Pakistanis den Angriffen zustimmen, während sie von zwei Drittel der Bevölkerung abgelehnt werden. David Kilcullen und Andrew Exum errechneten, dass rund 700 Zivilisten getötet wurden. Das wären 50 Zivilisten für jeden Kämpfer, ein Hit-Rate von 2%. Mit anderen Worten, 98% der Opfer wären Zivilisten. Bill Roggio, Herausgeber des Long War Journal, kam nach seiner Analyse der Drohnenangriffe zum Ergebnis, nur 10%der Opfer wären Zivilisten. Jetzt haben Peter Bergen und Katherine Tiedemann, New America Foundation, eine Analyse vorgenommen. Sie kommen zu ganz anderen Ergebnissen als Kilcullen und Exum oder das Long War Journal.
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