Die Versorgung der Truppen in Afghanistan ist eine besondere Herausforderung (sic). So wurden im Jahr 2008 fast 30.000 Container an die Front geschickt – im wesentlichen Treibstoff, Verpflegung, Ausrüstung und Baumaterial. Berichten zufolge wird sich die Zahl im Jahr 2009 verdoppelt haben. Für das Jahr 2010 geht man von einer weiteren signifikanten Steigerung aus.

Der bis dato wichtigste Nachschubweg über Pakistan (ROUTE 1) und den Khyber-Pass wird immer gefährlicher. Immer mehr der zivilen Fernfahrer weigern sich deshalb diesen Weg zu nehmen. Die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen sind umfangreich. US-Quellen berichten, dass im Jahr 2009 über 450 LKW zerstört wurden. Der Diebstahl von Versorgungsgütern stellt ein weiteres Problem dar. Auch im Hafen von Karachi wurden bereits Frachtschiffe und Öltanker mit Versorgungsgütern sabotiert. Jetzt soll das Northern Distribution Network (NDN) die Versorgungssituation entspannen. Der Ausgangspunkt für NDN-Nord (ROUTE 2) ist Litauen, für NDN-Süd (ROUTE 3) Georgien. Dazu gibt es gibt noch einen Bypass (ROUTE 4), der über Kirgistan und Tajikistan nach Afghanistan führt. Ein wesentliches Element des NDN ist dabei die im Bau befindliche Eisenbahnstrecke von Hairatan (an der usbekischen Grenze) nach Masar-e-Scharif. Auffällig, alle NDN-Routen führen in den Bereich des ISAF RC North. “Der Norden”, sagte August Hanning bereits 2009, “wird strategisch immer wichtiger”. Verständlich also das die USA bis zu 4.500 Soldaten nach Nord-Afghanistan entsenden werden.

