Apr
21
2010

Afghanistan – Qualifizierte Diskussion erwünscht

Elke Hoff - Die Bevölkerung verträgt die harte Wahrheit und ist viel weiter, als Politik oder Teile der militärischen Führung denken.


Elke Hoff, verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, sieht in einem SPIEGEL-ONLINE-Interview die Bundeswehr für die “Partnering”- Operationen noch nicht gerüstet. “Der Tod unserer Soldaten hat mich tief bestürzt. Gleichwohl dürfen wir wegen der tragischen Ereignisse nicht gleich die gesamte neue Strategie als gescheitert bezeichnen. Konkret haben wir ja unseren neuen Ansatz noch gar nicht umgesetzt, damit fängt die Bundeswehr erst im Sommer an”, so Hoff. Sie bemängelt weiter: “In der Vergangenheit wurden beispielsweise die Fachausschüsse des Bundestages über die neuen strategischen Inhalte von ISAF nicht umfassend informiert – geschweige denn, dass darüber qualifiziert diskutiert wurde.” Eigentlich müssten Angehörige der Fachausschüsse wissen, dass bereits seit längerem ergänzende Vorgaben des COM ISAF “Partnering” und “Mentoring” für die ANSF (Afghanistan’s National Security Forces – Army, Army Air Corps und National Police) durch das deutsche Kontingent vorsehen. Ebenso wie Counternarcotic Operationen, allerdings im Rahmen der deutschen Vorgaben. Die Operation in Baghlan diente aber sicher auch dem erhalten der Bewegungsfreiheit entlang der Main Supply Routes (MSR). Nach COM ISAF ebenfalls Auftrag des deutschen Kontingents. Ein weiteres Interview ist ebenfalls lesenswert. Ein Taliban-Kommandeur in Khandahar erklärte Associated Press, dass wenn der militärische Druck auf die Aufständischen zu groß werde, sie Khandahar verlassen und zurückkehren nachdem die ausländischen Truppen abgezogen sind. Und, Friedensverhandlungen mit der Taliban-Führung würden nicht ohne den Segen von Mullah Omar stattfinden. “Die Weltgemeinschaft muss unser Land verlassen, und dann sind wir bereit zu verhandeln”, sagte der Taliban-Kommandeur mit dem Pseudonym Mubeen.


Apr
19
2010

ISAF – Luftraumsperre

Die Iljuschin Il-76, NATO-Codename Candid, kann eine Nutzlast von 40 Tonnen über eine Entfernung von 5.000 km befördern

Spanien, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, setzt für heute 15:00 Uhr eine Videokonferenz der EU-Verkehrsminister an, um über eine Aufhebung der Flugverbote zu sprechen. „Die Aschewolke hat eine beispiellose Situation geschaffen“, erklärte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Frage: Wann wird über die Versorgungsflüge der NATO gesprochen. Allein die Luftransportausfälle der Bundeswehr müssten derzeit bei mindestens 300 Tonnen (plus) liegen. Nur ausgehend von zwei Iljuschin Il-76, die beinahe jeden Tag Trollenhagen anfliegen. Was an militärischen Versorgungsflügen der US-Streitkräfte, größtenteils von der Dover Air Force-Base kommend, über den Flugplatz Hahn transportiert wird, haben die die örtlichen Fluglärmgegener sauber gelistet.

Nachtrag vom 19.04.2010
NATO Fighters Grounded


Apr
12
2010

Diskussion – Über Panzer und Haubitzen

Die Operation Medusa war der erste reale Einsatz unter Kampfbedingungen für die neue Panzerhaubitze 2000

Die Operation Medusa war der erste reale Einsatz unter Kampfbedingungen für die neue Panzerhaubitze 2000

Die stattfindende Ausrüstungsdebatte kann den Beobachter irritieren. “Die entscheidenden Fragen zum Einsatz in Afghanistan würden ausgeblendet”, so Afghanistanexperte Winfried Nachtwei im Interview mit Hauke Friedrichs (Zeit-Online). Winfried Nachtwei weiter: “Im Panzer sei der Auftrag nicht zu erfüllen.” Karl-Theodor zu Guttenberg sieht im Zusammenhang eher statische Probleme. Im “Berlin direkt”-Interview lernt man: ”Ein LEOPARD 2 Panzer, der beispielsweise, möglicherweise, an der ersten Brücke nach Kunduz einbrechen würde, wäre ein wenig hilfreicher Panzer …”. Generalleutnant Bruno Kasdorf wiederum (vom 1. Januar bis zum 1. Dezember 2007 Chef des Stabes der ISAF) sagte bereits im Januar 2008 in einem FAZ-Interview: “Wir lernen alle gemeinsam, wie wir uns auf bestimmte Aktivitäten einstellen müssen. Auch die Bundeswehr. Da geht es um Ausbildung, auch um Ausrüstung. Man muss überlegen, welche Rolle schwere Ausrüstung künftig spielt. Wir sehen den Einsatz von Panzern und Panzerhaubitzen im Süden, was letztendlich nutzt, um eigenes Leben zu schützen. Ohne dass ich einen Panzerkrieg herbeireden möchte: Wenn man da drinsitzt, hat man einen besseren Schutz. Und hat gleichzeitig abschreckende Wirkung.” Diese Einschätzung basierte zum Teil auf den Erfahrungen niederländischer und kanadischer Truppen im Rahmen der Operation Medusa. Die Royal Netherlands Army (RNLA) hatte die Panzerhaubitze 2000 als Teil der niederländischen Task Force Uruzgan (TFU) im Einsatz. Die drei Haubitzen lieferten Feuer-Unterstützung für die Camps in Tarin Kowt und Deh Rawod. Ein an der Operation beteiligter kanadischer Kommandeur (Oberstleutnant Omer Lavoie) stellte damals fest: “Sie (die Taliban) handeln immer mehr wie ein konventioneller Gegner”, und “Panzer haben hier sicherlich ihren Platz.”
Lessons PzH 2000/KPz LEOPARD Operation Medusa


Jan
29
2010

MSC München – Forum der Brückenbauer

Krauss-Maffei Wegmann hatte die Münchner Sicherheitskonferenz bereits in den vergangenen Jahren unterstützt. Das Engagement wird nun ausgeweitet und in eine dauerhafte Form gegossen.

Krauss-Maffei Wegmann hatte die Münchner Sicherheitskonferenz bereits in den vergangenen Jahren unterstützt. Das Engagement wird nun ausgeweitet und in eine dauerhafte Form gegossen.


Für die chinesische Nachrichtenagentur Xinhuaist die traditionsreiche Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) eines der wichtigsten globalen Foren der Außen- und Sicherheitspolitik. Erstmals wird die Tagung 2010 mit Yang Jiechi durch einen chinesischen Außenminister eröffnet. Im vergangenen Jahr nahm US-Vizepräsident Joseph Biden die Konferenz zum Anlass seiner ersten offiziellen Auslandsreise, um dort den außenpolitischen Kurs der neuen Regierung zu skizzieren. Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hat heute in München einen Kooperationsvertrag mit den Veranstaltern unterzeichnet. Als offizieller Partner unterstützt das Unternehmen den dreitägigen Dialog zwischen über 300 internationalen Sicherheitspolitikern und Spitzenvertretern von Behörden, Wirtschaft und Wissenschaft. Zur nunmehr 46. Tagung im Hotel Bayerischer Hof vom 5. – 7. Februar 2010 werden auch wieder über 250 Berichterstatter erwartet. Den Vorsitz führt seit 2008 Botschafter Wolfgang Ischinger. “Wir halten es für unsere unternehmerische Verpflichtung, die Vernetzung und das offene Gespräch zwischen den im globalen Rahmen für Sicherheit und Stabilität Verantwortlichen zu fördern”, begründet Frank Haun, der Vorsitzende der KMW-Geschäftsführung, die Entscheidung. “Umso mehr, wenn es in München, einem unserer beiden bedeutendsten Standorte stattfindet.”


Jan
27
2010

LüKEx 2010 – Mit der Lage leben

Das LÜKEX-Drehbuch hat 974 Übungseinlagen, darunter auch simulierte Twitter-Meldungen, für die zirka 3.500 Übungsteilnehmer bundesweit

Das LüKEx-Drehbuch hat 974 Übungseinlagen, darunter auch simulierte Twitter-Meldungen, für zirka 3.500 Übungsteilnehmer bundesweit


Am 27. und 28. Januar 2010 findet die vierte länderübergreifende Krisenmanagementübung LüKEx 2010 (Länder Übergreifende Krisenmanagement-Übung/EXercise) in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin statt. Es werden verschiedenen Szenarien, auch Anschläge mit konventionellen Sprengstoffen sowie chemischen und radioaktiven Stoffen an unterschiedlichen Orten im gesamten Bundesgebiet angenommen bzw. simuliert. Das Szenario am Flughafen Köln/Bonn beinhaltet die Rettungsmaßnahmen nach einem Anschlag auf ein Flugzeug und der Detonation einer sogenannten „schmutzigen Bombe“. Gerhard Piper hat eine umfassende Übersicht zu den einzelnen Übungsteilen zusammengestellt.
zum Artikel


Jan
8
2010

MARINE – Neun Millimeter verzweifelt gesucht

In der Marine gibt es einen Versorgungsengpass bei Patronen diverser Kaliber. Besonders unter dem Munitionsmangel leiden offenbar die Spezialkräfte der Marine in Eckernförde. Zu deren Standardausrüstung gehören Pistolen und Maschinenpistolen im Kaliber neun Millimeter. Scheinbar aufgrund eines verwaltungstechnischen Versehens gibt es jetzt Probleme bei der vorbereitenden Ausbildung der Soldaten für die Einsätze zur Piratenbekämpfung am Horn von Afrika, der Operation Active Endevour, Enduring Freedom und UNIFIL vor dem Libanon.
zur Meldung
Nachtrag vom 09.01.2010
zum Artikel der Kieler Nachrichten (Print-Ausgabe)


Jan
8
2010

Jugendoffiziere – Diskussion nicht erwünscht

Im Jahr 1958 ist die Institution Jugendoffizier ins Leben gerufen worden. Die Diskussionsthemen sind Aufgaben und Auftrag der Bundeswehr, Auslandseinsätze, die Wehrpflicht und natürlich Frauen bei der Bundeswehr. Seit 2001 steht auch das Thema Terrorismus und der Einsatz in Afghanistan auf der Agenda.

Im Jahr 1958 ist die Institution Jugendoffizier ins Leben gerufen worden. Die Diskussionsthemen sind Aufgaben und Auftrag der Bundeswehr, Auslandseinsätze, die Wehrpflicht und natürlich Frauen bei der Bundeswehr.


Bereits im November 2009 gab es in Berlin Proteste gegen eine Veranstaltung mit Jugendoffizieren der Bundeswehr. Am Steglitzer Paulsen-Gymnasium waren zwei Jugendoffiziere eingeladen um über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zu berichten. Die Veranstaltung stand unter dem Motto: “Was hat die Bundeswehr in Afghanistan verloren?” Der Landesvorstand DIE LINKE sprach gar von einseitiger Einflussnahme seitens der Bundeswehr. Dies obwohl Jugendoffiziere als Referenten für Sicherheitspolitik ein wesentlicher Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr sind, und sich die Veranstaltungen brav am Beutelsbacher Konsens ausrichten. Das Kultusministerium in Baden-Württemberg und die Bundeswehr haben am 4. Januar sogar eine Kooperationsvereinbarung geschlossen um die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Jugendoffizieren zu intensivieren. Das Freiburger Bildungsstreikbündnis reagierte sofort mit “Mobilmachung” und hat eine Demonstration angekündigt. In dem Aufruf heisst es u.a.: “Es darf nicht zugelassen werden, dass SchülerInnen die Weltsicht der Bundeswehr vermittelt wird. Werbung für die Bundeswehr und Legitimation von Waffengewalt haben in öffentlichen Bildungseinrichtungen nichts zu suchen.”
zum Aufruf


Dez
22
2009

Friedensaktivisten – “Entehrende Aktion” geplant

Die Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) versteht sich als eine radikale pazifistische Organisation. Jetzt ruft die Sektion Berlin-Brandenburg unter dem Motto “Feste feiern, wie Sie fallen” zu einer Fete auf, nachdem der nächste Bundeswehrsoldat in Afghanistan stirbt. “Statt beim Tod eines Soldaten auf der Betroffenheitsschiene mitzufahren, kündigen wir jetzt schon eine entehrende und wehrkraftzersetzende Aktion an”, so der Sprecher Günther Schütz im Interview mit der “Sozialistischen Tageszeitung – ND”, die Anfang 2007 aus dem Besitz der Linkspartei entlassen wurde.
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Dez
22
2009

BMVg – “Politische Sensibilität” vs.”Melden macht frei”

Im Zusammenhang mit dem Bombenangriff von Kundus hat das Bundesverteidigungsministerium erhebliche Fehlleistungen generiert, oder einfach versagt. Steckt dahinter ein System? Einblicke in ein “geschlossenes Biotop” bietet Joachim Zepelin.
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Nov
24
2009

Britische Rheinarmee – Tories planen Abzug

Dr. Liam Fox, Schatten-Verteidigungsminister der Tories in Großbritannien, sagte dem “Daily Telegraph”, dass die Beendigung der 25.000 Mann starken britischen militärischen Präsenz am “Rhein”, im Zuge einer grundlegenden Neuordnung der NATO, mehr Truppen für militärische Operationen außerhalb Europas freisetzen würde. Fox will das die neuen Mitgliedstaaten aus Mittel-und Osteuropa, insbesondere Polen, Großbritanniens Verpflichtungen in Deutschland übernehmen. Politische und militärische Strukturen die für den Kalten Krieg konzipiert waren, wären nicht mehr geeignet. Fox weiter: “Die Suche nach einer diplomatischen Lösung mit mehr Kreativität wird für eine neue konservative Regierung Priorität haben.” Die Ankündigung von Fox erfolgte nur 24 Stunden nachdem die Europäische Union überraschend die Labour-Baroness Ashton ins Amt berufen hat.
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