Afghanistan – Krieg, Kraftstoff und die Kosten

Ein Boeing AH-64D Longbow Apache kann 1421 Liter Kraftstoff in zwei Innentanks aufnehmen. Hinzu kommen 4x870 Liter in den Außentanks.

Ein Boeing AH-64D Longbow Apache kann 1421 Liter Kraftstoff in zwei Innentanks aufnehmen. Hinzu kommen 4x870 Liter in den Außentanks.


Kriege und “kriegsähnliche Einsätze” produzieren enorme Kosten. Wer wissen möchte warum die Kriege im Irak und in Afghanistan so teuer sind, muss nur einen Blick auf den benötigten Kraftstoff werfen. Die US-Streitkräfte benötigen zirka 22 Gallonen Kraftstoff (1 US Liquid Gallon/3,78 Liter) pro Soldat und Tag. Eine Gallone auf das Schlachtfeld zu “schleppen” kostet, laut einer neuen Studie von Deloitte, 45 US-Dollar. Dabei sind die 45 US-Dollar pro Gallone eine sehr optimistische Schätzung. Nach Ansicht der US-Marine sind es eher 300-400 US-Dollar. Aber die Kraftstoffkosten dürften nicht nur in Dollar gemessen werden, warnt Deloitte. Den Kraftstoff der Truppe zuführen, teilweise auf isolierte Basen, führe unweigerlich dazu das mehr Soldaten sterben. Denn gerade diese Transporte sind häufig das Ziel von Anschlägen mit Sprengfallen. In 2009 stiegen die Verluste in diesem Einsatzszenario um 17,5%, so die Deliotte-Studie. Das US-Verteidigungsministerium hat bereits verschiedene Initiativen gestartet um die Abhängigkeit der Streitkräfte von fossilen Brennstoffen zu verringern. Dazu gehören Photovoltaik-Anlagen, Hybrid-Fahrzeuge und alternativ angetriebene Generatoren. Die meisten dieser Anstrengungen im Bereich “Energieeffizienz” konzentrieren sich aber auf den inländischen Betrieb. Für die Soldaten im Feld zählt weiterhin nur eins, die stetige Versorgung mit Kraftstoff.
zur Studie

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