Apr
28
2010

SOMALIA – “Bravo Zulu”

HNLMS Johan de Witt - Das Schiff wurde am 18. Juni 2003 bei Royal-Schelde auf Kiel gelegt, lief am 13. Mai 2006 vom Stapel und wurde am 30. November 2007 in Dienst gestellt

Am vergangenen Samstag vor der der somalischen Küste. Die Besatzung der “HNLMS Johan de Witt” beobachtet zwei sogenannte “Whaler” (Piraten-Mutterschiffe) vor der Küste, sehr nahe an einem der Piraten-Lager. Die beobachteten Aktivitäten in der Nacht deuteten ein Auslaufen an. Die Besatzung der “Johan de Witt” reagierte, die “Whaler” wurden konfisziert und an Bord genommen. Die Besatzung wurde an den Strand zurück geschickt. “Die Piraten-Crew war total überrascht und sah verwirrt aus”, so EU NAVFOR-Sprecher Major Theo Mestrini. “Es ist ein neues Konzept, und um ehrlich zu sein wurde das Schiff nicht dafür konzipiert”, sagte Ben Bekkering, Kommandant der “Johan de Witt”. Der Erfolg basiere auf der Flexibilität des Schiffes und seiner Crew, so Bekkering weiter.


Apr
26
2010

LIBANON – SCUD´s für die Hisbollah?

Jean Kahwaji - Generalstabschef der libanesischen Streitkräfte. Er ist seit 2008 auf diesem Posten und der Nachfolger von General Sleimane.

Bereits vor zwei Wochen berichtete die kuwaitische Tageszeitung Al-Rai, dass Syrien ballistische Raketen vom Typ SCUD an die islamistische Hisbollah im Libanon weiter gegeben hätte. Israel sprach sofort eine ernste Warnung aus, man würde sowohl syrische als auch libanesische Ziele in Reaktion auf einen SCUD-Angriff ausschalten. Der libanesische Armee Kommandeur General Jean Kahwaji reagierte am Samstag. “Es gibt keine SCUD-Raketen im Libanon”, so Kahwaji. Er bestreitete alle Vorwürfe der vergangenen Woche Syrien, die Raketen und die Hisbollah betreffend. Vor einigen Tagen noch warnte die Vorsitzende des US-Senat Intelligence Committee (Senator Dianne Feinstein, Demokrat), dass es “eine hohe Wahrscheinlichkeit gebe das Hisbollah SCUD´s erhalten hätte”. Für Israel stellen die Reichweiten der SCUD-Raketen eine enorme Bedrohung dar. “The Atlantic Wire” hat die möglichen Konsequenzen für die Region zusammengefasst.

Nachtrag vom 28.04.2010
“…Hezbollah has far more rockets and missiles than most governments in the world. And this is obviously destabilizing for the whole region, and so we’re watching it very carefully.” (US-Verteidigungsminister Robert M. Gates, 27. April 2010)


Apr
23
2010

IRAN – Lateinamerika Basis

Männerfreundschaft - Venezuelas Präsident Hugo Rafael Chavez und sein iranischer Kollege Mahmoud Ahmadinedschad

Die Staatssekretärin im amerikanischen Verteidigungsministerium, Michèle Flournoy, hat auf einer Pressekonferenz in Singapur gesagt, ein militärischer Angriff auf den Iran sei eine Option, die dem US-Präsidenten jederzeit frei stehe. Ergänzend räumte Flournoy ein, die militärische Option werde nach wie vor als „letzter Ausweg“ gewertet und sei im Moment nicht aktuell. (“It’s off the table in the near term.”) Vielfach wurde diese Äußerung als eine Änderung der amerikanischen Politik gegenüber dem Iran gewertet. Besonders in Israel, wo man derzeit über einige Entscheidungen der US-Regierung irritiert ist. Pentagon-Sprecher Geoff Morrell stellte aber kurz darauf klar: “Iran attack not off the table”. Im Verhältnis zu Teheran sind aber weitere Spannungen programmiert. Der US-Regierung wurde ein Bericht über die iranischen paramilitärischen Aktivitäten in der westlichen Hemisphäre vorgelegt. Die islamischen Revolutionsgarden sollen beispielsweise ihr Kontingent in Venezuela weiter erhöht haben, und Lieferungen von Waffen und Sprengstoff an Taliban und andere Aufständische in Afghanistan arrangieren.
zum Bericht “The Current and Future Military Strategy of Iran”


Apr
21
2010

Afghanistan – Qualifizierte Diskussion erwünscht

Elke Hoff - Die Bevölkerung verträgt die harte Wahrheit und ist viel weiter, als Politik oder Teile der militärischen Führung denken.


Elke Hoff, verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, sieht in einem SPIEGEL-ONLINE-Interview die Bundeswehr für die “Partnering”- Operationen noch nicht gerüstet. “Der Tod unserer Soldaten hat mich tief bestürzt. Gleichwohl dürfen wir wegen der tragischen Ereignisse nicht gleich die gesamte neue Strategie als gescheitert bezeichnen. Konkret haben wir ja unseren neuen Ansatz noch gar nicht umgesetzt, damit fängt die Bundeswehr erst im Sommer an”, so Hoff. Sie bemängelt weiter: “In der Vergangenheit wurden beispielsweise die Fachausschüsse des Bundestages über die neuen strategischen Inhalte von ISAF nicht umfassend informiert – geschweige denn, dass darüber qualifiziert diskutiert wurde.” Eigentlich müssten Angehörige der Fachausschüsse wissen, dass bereits seit längerem ergänzende Vorgaben des COM ISAF “Partnering” und “Mentoring” für die ANSF (Afghanistan’s National Security Forces – Army, Army Air Corps und National Police) durch das deutsche Kontingent vorsehen. Ebenso wie Counternarcotic Operationen, allerdings im Rahmen der deutschen Vorgaben. Die Operation in Baghlan diente aber sicher auch dem erhalten der Bewegungsfreiheit entlang der Main Supply Routes (MSR). Nach COM ISAF ebenfalls Auftrag des deutschen Kontingents. Ein weiteres Interview ist ebenfalls lesenswert. Ein Taliban-Kommandeur in Khandahar erklärte Associated Press, dass wenn der militärische Druck auf die Aufständischen zu groß werde, sie Khandahar verlassen und zurückkehren nachdem die ausländischen Truppen abgezogen sind. Und, Friedensverhandlungen mit der Taliban-Führung würden nicht ohne den Segen von Mullah Omar stattfinden. “Die Weltgemeinschaft muss unser Land verlassen, und dann sind wir bereit zu verhandeln”, sagte der Taliban-Kommandeur mit dem Pseudonym Mubeen.


Apr
19
2010

ISAF – Luftraumsperre

Die Iljuschin Il-76, NATO-Codename Candid, kann eine Nutzlast von 40 Tonnen über eine Entfernung von 5.000 km befördern

Spanien, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, setzt für heute 15:00 Uhr eine Videokonferenz der EU-Verkehrsminister an, um über eine Aufhebung der Flugverbote zu sprechen. „Die Aschewolke hat eine beispiellose Situation geschaffen“, erklärte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Frage: Wann wird über die Versorgungsflüge der NATO gesprochen. Allein die Luftransportausfälle der Bundeswehr müssten derzeit bei mindestens 300 Tonnen (plus) liegen. Nur ausgehend von zwei Iljuschin Il-76, die beinahe jeden Tag Trollenhagen anfliegen. Was an militärischen Versorgungsflügen der US-Streitkräfte, größtenteils von der Dover Air Force-Base kommend, über den Flugplatz Hahn transportiert wird, haben die die örtlichen Fluglärmgegener sauber gelistet.

Nachtrag vom 19.04.2010
NATO Fighters Grounded


Apr
15
2010

ISAF RC North – Strategische Schlüsselstellung

Die Versorgung der Truppen in Afghanistan ist eine besondere Herausforderung (sic). So wurden im Jahr 2008 fast 30.000 Container an die Front geschickt – im wesentlichen Treibstoff, Verpflegung, Ausrüstung und Baumaterial. Berichten zufolge wird sich die Zahl im Jahr 2009 verdoppelt haben. Für das Jahr 2010 geht man von einer weiteren signifikanten Steigerung aus.


Der bis dato wichtigste Nachschubweg über Pakistan (ROUTE 1) und den Khyber-Pass wird immer gefährlicher. Immer mehr der zivilen Fernfahrer weigern sich deshalb diesen Weg zu nehmen. Die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen sind umfangreich. US-Quellen berichten, dass im Jahr 2009 über 450 LKW zerstört wurden. Der Diebstahl von Versorgungsgütern stellt ein weiteres Problem dar. Auch im Hafen von Karachi wurden bereits Frachtschiffe und Öltanker mit Versorgungsgütern sabotiert. Jetzt soll das Northern Distribution Network (NDN) die Versorgungssituation entspannen. Der Ausgangspunkt für NDN-Nord (ROUTE 2) ist Litauen, für NDN-Süd (ROUTE 3) Georgien. Dazu gibt es gibt noch einen Bypass (ROUTE 4), der über Kirgistan und Tajikistan nach Afghanistan führt. Ein wesentliches Element des NDN ist dabei die im Bau befindliche Eisenbahnstrecke von Hairatan (an der usbekischen Grenze) nach Masar-e-Scharif. Auffällig, alle NDN-Routen führen in den Bereich des ISAF RC North. “Der Norden”, sagte August Hanning bereits 2009, “wird strategisch immer wichtiger”. Verständlich also das die USA bis zu 4.500 Soldaten nach Nord-Afghanistan entsenden werden.


Apr
12
2010

Diskussion – Über Panzer und Haubitzen

Die Operation Medusa war der erste reale Einsatz unter Kampfbedingungen für die neue Panzerhaubitze 2000

Die Operation Medusa war der erste reale Einsatz unter Kampfbedingungen für die neue Panzerhaubitze 2000

Die stattfindende Ausrüstungsdebatte kann den Beobachter irritieren. “Die entscheidenden Fragen zum Einsatz in Afghanistan würden ausgeblendet”, so Afghanistanexperte Winfried Nachtwei im Interview mit Hauke Friedrichs (Zeit-Online). Winfried Nachtwei weiter: “Im Panzer sei der Auftrag nicht zu erfüllen.” Karl-Theodor zu Guttenberg sieht im Zusammenhang eher statische Probleme. Im “Berlin direkt”-Interview lernt man: ”Ein LEOPARD 2 Panzer, der beispielsweise, möglicherweise, an der ersten Brücke nach Kunduz einbrechen würde, wäre ein wenig hilfreicher Panzer …”. Generalleutnant Bruno Kasdorf wiederum (vom 1. Januar bis zum 1. Dezember 2007 Chef des Stabes der ISAF) sagte bereits im Januar 2008 in einem FAZ-Interview: “Wir lernen alle gemeinsam, wie wir uns auf bestimmte Aktivitäten einstellen müssen. Auch die Bundeswehr. Da geht es um Ausbildung, auch um Ausrüstung. Man muss überlegen, welche Rolle schwere Ausrüstung künftig spielt. Wir sehen den Einsatz von Panzern und Panzerhaubitzen im Süden, was letztendlich nutzt, um eigenes Leben zu schützen. Ohne dass ich einen Panzerkrieg herbeireden möchte: Wenn man da drinsitzt, hat man einen besseren Schutz. Und hat gleichzeitig abschreckende Wirkung.” Diese Einschätzung basierte zum Teil auf den Erfahrungen niederländischer und kanadischer Truppen im Rahmen der Operation Medusa. Die Royal Netherlands Army (RNLA) hatte die Panzerhaubitze 2000 als Teil der niederländischen Task Force Uruzgan (TFU) im Einsatz. Die drei Haubitzen lieferten Feuer-Unterstützung für die Camps in Tarin Kowt und Deh Rawod. Ein an der Operation beteiligter kanadischer Kommandeur (Oberstleutnant Omer Lavoie) stellte damals fest: “Sie (die Taliban) handeln immer mehr wie ein konventioneller Gegner”, und “Panzer haben hier sicherlich ihren Platz.”
Lessons PzH 2000/KPz LEOPARD Operation Medusa


Apr
10
2010

Isa Khel – Durch Verrat in den Hinterhalt geraten

Am Freitag den 02.04.2009 hat sich die 1. Infanteriekompanie des PRT (Provincial Reconstruction Team, Regionales Wiederaufbauteam) Kunduz, im Rahmen einer Routineoperation im Distrikt Chahar Darreh aufgehalten. In dem kleinen Ort Isa Khel eröffneten zirka 30 bis 40 Taliban mit Handfeuerwaffen und RPG das Feuer auf die deutschen Soldaten. Der Hinterhalt soll nach Angaben von Geheimdienstlern von den Taliban genau geplant worden sein. Jetzt meldet die Nachrichtenagentur DDP, dass ein afghanischer Doppelagent die Deutschen an die Taliban verraten habe.
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Apr
7
2010

RAF/GAF – Gemeinsame Combat Mission

Die britschen Einsatzstaffeln mit dem Tornado GR.4 sind auf den RAF-Stützpunkten Lossiemouth und Marham stationiert


Der Deutsche Bundestag gab am 9. März 2007 seine Zustimmung zur Entsendung von Aufklärungsflugzeugen (Recce-Tornado) nach Afghanistan. Das Kontingent von sechs Tornado-Maschinen wurde in Mazar-e Sharif stationiert. Seit Oktober 2009 kommt bei den Aufklärungsflügen auch ein RecceLite-Pod zum Einsatz. Die Aufklärungsbilder können jetzt noch während des Fluges an die Bodenstation übertragen werden. Aufklärung ist aber nicht alles. So konnte von Dezember 2009 bis Januar 2010 ein Waffensystemoffizier der Luftwaffe auch praktische Erfahrungen im Close-Air-Support (CAS) sammeln. Die Besonderheit: Er flog dabei mit einem Tornado GR.4 der Royal Air Force. Der Tornado gehörte zur 31 Squadron, operierte vom Luftwaffenstützpunkt in Kandahar und lieferte Luftunterstützung für die Truppen in der Provinz Helmand. Die Sunday Times schreibt: “The Luftwaffe navigator’s role was requested by German Defence Minister Karl-Theodor zu Guttenberg to enhance the country’s involvement in the Afghan war.”
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Apr
1
2010

“New START Treaty” – Zahlenspiel

New START Treaty - Am 26. März 2010 erklärten Obama und der russische Präsident Dmitri Medwedew, dass die Anzahl der Atomwaffen weiter begrenzt werden soll


Der White House Pressemitteilung zur “New START Treaty” kann man die Eckpunkte des Abkommens entnehmen. Die wichtigsten Bestimmungen des neuen Abkommens sind: (1) Ein Limit von 1.550 dislozierten strategischen Gefechtsköpfen: Es zählen dabei die Sprengköpfe auf den (deployed) ICBM´s und SLBM´s. Jeder schwere Bomber, der als Nuklearwaffenträger ausgestattet ist, zählt als ein Sprengkopf. (2) Eine Obergrenze von 700 einsatzfähigen (deployed) ICBM´s und SLBM´s sowie schweren Bombern die als Nuklearwaffenträger ausgestattet sind. (3) Ein Grenze von 100 nicht einsatzfähigen (non-deployed) ICBM Trägerraketen (Silo), SLBM (Uboot-gestützt) sowie schweren Bombern die als Nuklearwaffenträger ausgestattet sind. In der Mitteilung heißt es weiter: “Der neue Grenzwert von 1.550 dislozierten strategischen Gefechtsköpfen liegt 74% unter dem 6.000er Gefechtskopf-Limit des START-Vertrages von 1991″ und “30% unter dem Limit der Moscow Treaty (SORT) aus 2002, mit 2.200 Gefechtsköpfen”. Wendet man die Zählweise der “New START Treaty” am gegenwärtigen Arsenal der Vereinigten Staaten an, hat die USA plötzlich nur 1.650 strategische Sprengköpfe, und nicht die tatsächliche Anzahl von 2.100 Sprengköpfen. Die Lösung, es zählt der Bomber und nicht die Anzahl der A-Waffen. Eine B-52 kann zum Beispiel 6 bis 20 A-Waffen aufnehmen. Ellen Tauscher, Under Secretary for Arms Control and International Security, wurde mit der einer Frage zur Zählweise konfrontiert. Die Antwort: “Well, I think what we want to do right now is talk about why this is an important treaty….”
Presse-Briefing Ellen Tauscher